Wissenswertes: Winterreifen
Der Autoreifen (schweiz. Pneu) bildet mit der Autofelge das Rad des Autos. Autoreifen auf einer Leichtmetallfelge Inhaltsverzeichnis 1 Reifenarten nach Einsatzzweck 1.1 Sommerreifen 1.2 Winterreifen (M&S-Reifen) 1.2.1 Spikes-Reifen 1.3 Die 7-Grad-Empfehlung 1.4 Ganzjahresreifen 1.5 Geländereifen 1.6 Reifentypen für LKW 1.7 Sicherheitsreifen 2 Reifenarten nach Bauart 2.1 Diagonalreifen 2.2 Radialreifen (Gürtelreifen) 3 Reifenaufbau 4 Herstellung 4.1 Runderneuerte Reifen 5 Reifenbezeichnung/-markierung 5.1 Geschwindigkeitsindex 5.2 Witterungskennzeichnung 5.3 UTQG (Uniform Tire Quality Grade) 5.4 Zusätzliche Bezeichnungen 6 Sonstiges 6.1 Laufrichtung, Innen- und Außenseite 6.2 Reifendruck und Kraftstoffverbrauch 6.3 Reifen mit Notlaufeigenschaften (Run Flat Tires) 6.4 Lebensdauer 6.5 Reifentests 6.6 Reifengas 6.7 Reifenprofile und Aquaplaning (Wasserglätte) 6.8 Reifenwechsel 6.9 Radwechsel 7 Vorschriften 7.1 Deutschland 7.2 Österreich 8 Hersteller 9 Literatur 10 Siehe auch 11 Weblinks Reifenarten nach Einsatzzweck Als Bindeglied zwischen Fahrzeug und Fahrbahn haben Reifen essenziellen Einfluss auf das Fahrverhalten eines Fahrzeugs. Reifen und ihre Eignung sind wesentlich von der Beschaffenheit des Untergrundes abhängig. In Mitteleuropa fahren Autos zumeist auf asphaltierten Straßen mit einer Oberflächentemperatur zwischen -15 °C und +60 °C. Die Straßen können verschiedene Feuchtigkeitsgrade aufweisen, ferner können im Winter zusätzlich Neuschnee, festgefahrener Schnee oder Eis auftreten. Theoretisch gäbe es für jede Situation einen anderen optimalen Reifen. Um unter den Randbedingungen Produktionskosten und Lebensdauer ein möglichst breites Spektrum abzudecken, werden die folgenden Reifenarten gebaut: Sommerreifen Sommerreifen sind für Straßenverhältnisse ohne Schnee und Eis ausgelegt. Sie verfügen über eine Gummimischung, die auch bei hohen Temperaturen nicht zu weich wird, eine hohe mögliche Geschwindigkeit und relativ geringe Abnutzung verspricht. Winterreifen (M&S-Reifen) Schneeflockensymbol für Winterreifen Winterreifen sind für niedrige Temperaturen und winterliche Straßenverhältnisse ausgelegt. Sie verfügen über eine kälteresistente Gummimischung, die bei Minustemperaturen weniger verhärtet und damit eine bessere Verzahnung und Kraftübertragung mit dem Untergrund ermöglicht. Winterreifen sind mit dem M&S-Symbol (englisch: Mud and Snow, deutsch: Matsch und Schnee) und einer stilisierten Schneeflocke gekennzeichnet. Die Kennzeichnung "M&S" ist allerdings keine geschützte Kennzeichnung und kann daher auch auf nicht wintertauglichen Reifen angebracht werden, was teilweise auch geschieht. Die Reifenindustrie hat darauf reagiert, und das Schneeflocken-Symbol eingeführt. Dieses Symbol wird von der amerikanischen Straßenbehörde NHTSA an Reifen vergeben, die in einem Test eine gewisse Mindesttraktion auf Schnee und Eis erreichen. Im Unterschied zu Sommerreifen sind sie nicht nur mit einem einfachen Profil, sondern zusätzlich mit Lamellen ausgestattet, die eine Verzahnung mit losem Untergrund, beispielsweise Schnee, ermöglichen. Die Winterprofile nähern sich optisch immer mehr den Sommerprofilen an. Deshalb sind Winterreifen heute auch komfortabel und laufruhig. Bei der Profilentwicklung wird auf möglichst zahlreiche Greifkanten geachtet: Rillen und Einschnitte in den Profilblöcken. Hinzu kommen die bereits erwähnten Lamellen, kleine Einschnitte, die sich beim Abrollen des Reifens öffnen, und so im Schnee zusätzlich für Traktion (Kraftübertragung) sorgen. Je nach Außentemperatur sollen Winterreifen, im Gegensatz zu Sommerreifen, mit 0,2 bar bis 0,3 bar mehr Reifendruck, als vom Fahrzeughersteller angegeben, gefahren werden. Dies begründet sich mit der weicheren Gummimischung und dem Effekt, dass mehr Reifendruck für eine zusätzliche Unterstützung der Karkasse sorgt. Anders als bei Sommerreifen ist es bei Winterreifen auch erlaubt, abweichend von den einzuhaltenden Angaben des Fahrzeugscheines, Reifen mit niedrigerem Geschwindigkeitsindex einzusetzen. Dabei ist wieder die M&S-Kennzeichnung ausschlaggebend, die übrigens auch Ganzjahresreifen aufweisen können. Im Gegensatz zu den meisten Sommerreifen sind Winterreifen in der Regel mit einer vorgegebenen Drehrichtung versehen, welche bei der Montage zu beachten ist. In Deutschland ist in diesem Fall ein Aufkleber mit dem Aufdruck ?XXX km/h? im Sichtbereich des Fahrers anzubringen. Auch in manchen Ländern, in denen ein allgemeines Tempolimit auf Autobahnen gilt, ist diese Kennzeichnung notwendig. Diese Geschwindigkeitsgrenze muss beachtet werden, da schlauchlose Reifen bei zu hoher Geschwindigkeit Luft verlieren können, oder sich sogar die Lauffläche von der Karkasse lösen kann. Inzwischen werden Winterreifen auch mit dem Geschwindigkeitssymbol V (bis 240 km/h), vereinzelt auch mit dem Speed-Index W (bis 270 km/h), in fast allen Reifendimension